Gleichweit Mouthpieces & Barrels
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Klarinettistinnen und Klarinettisten auf der ganzen Welt spielen auf unterschiedlichen Klarinettensystemen, die jeweils durch historische Traditionen, klangliche Ideale und regionale Spielpraxis geprägt sind. Auch wenn sich die Instrumente auf den ersten Blick ähneln, unterscheiden sich das Böhm-, das deutsche, das Wiener- und das Reform-Böhm-System deutlich in Bauweise, Ansprache und Klangkonzept – und erfordern daher unterschiedliche Mundstückkonzepte.
Das Verständnis dieser Systeme ist entscheidend für die Wahl des richtigen Setups, insbesondere eines Mundstücks, das Klang und Intonation optimal unterstützt.
Das Böhm-System ist weltweit das am häufigsten gespielte Klarinettensystem, insbesondere in Europa, den USA und großen Teilen Asiens.
Typische Merkmale:
Relativ offene Bohrung
Gleichmäßige Tonleiter und flexible Ansprache
Klare Artikulation und gute Projektion
Heller, zentrierter Klang mit hoher Tragfähigkeit
Böhm-Klarinetten werden häufig mit Mundstücken kombiniert, die ein ausgewogenes Verhältnis von Widerstand und Flexibilität bieten. Dadurch können Klangfarbe und Dynamik frei gestaltet werden. Die Stimmtonhöhe variiert regional, meist zwischen A = 440 Hz (USA) und A = 442 Hz (Europa), was eine präzise Mundstückentwicklung besonders wichtig macht.
Das deutsche System, häufig als Oehler-System bezeichnet, wird überwiegend in Deutschland und Österreich gespielt.
Typische Merkmale:
Engere Bohrung
Höherer Blaswiderstand
Dunkler, kompakter und gedeckter Klang
Starker Tonkern und hohe Stabilität
Dieses System erfordert Mundstücke mit präziser Innengeometrie und entsprechendem Widerstand, um Klangstabilität und sichere Intonation zu gewährleisten.
Das Wiener Klarinettensystem stellt eine eigenständige Tradition dar und wird vor allem in Wien und Österreich verwendet. Es ist eng mit dem charakteristischen Wiener Orchesterklang verbunden.
Typische Merkmale:
Eigenständige Bohrung, deutlich verschieden von Böhm und Deutsch
Warmer, gesanglicher und sehr expressiver Klang
Hoch differenzierte Artikulation
Außergewöhnliche klangliche Farbvielfalt
Wiener Klarinetten benötigen speziell für dieses System entwickelte Mundstücke. Standard-Böhm- oder deutsche Mundstücke funktionieren in der Regel nicht zufriedenstellend. Der Fokus liegt auf natürlicher Resonanz, lyrischer Phrasierung und präziser Intonationsstabilität, insbesondere im orchestralen Kontext.
Das Reform-Böhm-System wurde als Hybrid entwickelt und verbindet Elemente des Böhm- und des deutschen Systems.
Typische Merkmale:
Böhm-typische Klappenmechanik
Bohrung mit deutlichem deutschem Einfluss
Dunklere Klangfarbe als beim klassischen Böhm-System
Verbesserte Intonationsstabilität
Reform-Böhm-Klarinetten sind vor allem in Mitteleuropa verbreitet. Sie bieten die gewohnte Böhm-Griffweise, jedoch mit einem stärker deutsch geprägten Klangideal.
Jedes Klarinettensystem basiert auf einem spezifischen Klangideal. Ein nicht zum System passendes Mundstück kann zu folgenden Problemen führen:
Instabile Intonation
Erhöhte Ansatzspannung
Eingeschränkte klangliche Flexibilität
Verminderte Projektion oder Kontrolle
Gleichweit-Mundstücke werden unter Berücksichtigung dieser systemspezifischen Anforderungen entwickelt, sodass das Mundstück das Instrument unterstützt – und nicht der Spieler kompensieren muss. Es gibt keine universelle Lösung für alle Klarinettensysteme. Das Böhm-, deutsche, Wiener- und Reform-Böhm-System bieten jeweils eigene musikalische Möglichkeiten – jedoch nur in Verbindung mit dem passenden Setup. Das Verständnis des eigenen Klarinettensystems ist der erste Schritt zu natürlicher Intonation, zuverlässiger Ansprache und einem Klang, der die persönliche musikalische Identität authentisch widerspiegelt.
Wenn Sie unsicher sind, welches Mundstück zu Ihrem Klarinettensystem oder Ihrer Stimmtonhöhe passt, unterstützen wir Sie gerne bei der Auswahl der optimalen Lösung für Ihr Spiel.